26. Mai 2009
Mario Lombardo über das, was gutes Mediendesign in Zeitschriften ausmacht
Lombardo, der mit Gold prämierte Visual Leader des Jahres 2008, zählt zu den besten zeitgenössischen Print- und Magazindesignern.
"Let's make it last forever!"
In der Ringvorlesung "Kölner Akzente" - einer gemeinsamen Aktion der Studiengänge Mediendesign und Medienwirtschaft - vermittelte "Visual Leader of the Year 2008" Mario Lombardo auf sehr persönliche Weise wichtige Grundlagen für die Kunst, gutes Mediendesign zu realisieren.
Mit 35 Jahren hatte Mario Lombardo im vergangenen Jahr Deutschlands führende Print- und Online-Auszeichnung erhalten. Mehr als 70 nationale und internationale Preise hat sein Büro inzwischen bekommen.
Der Designer beschäftigt sich hauptsächlich mit Printmedien, die sich im kulturellen Kontext von Musik, Mode, Fotografie, Design, Architektur, zeitgenössischer Kunst und TV-Design bewegen. Und das ist für ihn nicht "ein Job", sondern sein Leben: so sprühte es aus seinem packenden Erzählen.
Er berichtete etwa über sein Berliner Büro, wo man schon mal miteinander den Wettbewerb der Liegestützen macht, nachts die Pizza bringen lässt und dann verzweifelt feststellt, dass der Hund wieder das meiste ergattert hat.
Mario Lombardo lehrt, indem er erzählt. Er zeigt seine Arbeiten und redet beispielsweise darüber, wie er eine Anzeige für einen Automobilmarke "mal eben" auf der Zugfahrt entwickelt. Einfach so, klar mit Plan, aber eigentlich geleitet vom Gefühl.
Er redet darüber, wie man mit Luftschlangen eine neue Typografie entwickelt. Selbstbezogen, fast versunken, aber niemals überheblich. Und Kommerz? "Macht die Qualität kaputt", meint Lombardo. "Besser ist es, wenn Geld nicht dazwischen steht."
Für Lombardo ist Design eine Sache des Herzens, die den Charakter eines Gegenstands zeigt und niemals korrupt sein kann.
Konzentration auf eine Haltung
Mario Lombardo lehrt an diversen Designhochschulen und bedauert, dass auch die guten Studenten am Ende des Studiums nur machen, was alle anderen auch machen. Er führt das auf die allzu wichtige Kommerzialität zurück und auf die damit zusammenhängende Kultivierung der Studierenden. Insofern "hasst" er das deutsche Grafikdesign.

Für ihn sind die Konzentration auf eine Haltung und deren Pflege wichtig. Auch das Erzeugen von Relevanz im kulturellen Umfeld und Nachhaltigkeit - "Let's make it last forever!" - gehören zu seinen Leitmotiven.
Auf Mario Lombardo, den "Visual Leader", waren viele gespannt. So rief es ein Mediendesign-Student um 17:23 h an jenem 26. Mai 2009 live von seinem Mobiltelefon aus via Twitter ins Web: Der himmel tuermt sich auf, ich steig zur wolkenburg hinauf. #ringvorlesung #rfh #wolkenburg
Rund einhundertfünfzig Studierende, Dozenten und Gäste waren in die Kölner "Wolkenburg" gekommen, zum zweiten von fünf Abenden der Ringvorlesung des Sommersemesters 2009. Ihre Begeisterung entlud sich gleich danach wiederum im Web - in Forenbeiträgen und natürlich in Twitter. Ein Dozent des Studiengangs Mediendesign schrieb um 20:36 h direkt vom Nachgespräch aus der ganzen Welt: Very inspirational talk! Mario Lombardo showed loads of his fantastic, creative work. #ringvorlesung #rfh
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